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In vorchristlicher Zeit wurde das Gebiet des heutigen Landkreises Ostróda von prußischen Stämmen bewohnt. Zu Beginn des zwölften Jahrhunderts erlitten diese in der Folge der blutigen Feldzügen von Boleslaw III Schiefmund schwere Verluste. Allerdings trug zu ihrem vollständigen Aussterben auch der Deutsche Orden bei. Im Jahre 1274, nach der Niederschlagung des letzten Aufstandes der Prußen, begann eine Einwanderung von anderen Völkerschaften – der Pomesaner und Slawen aus dem Kulmer Land. Im Jahre verlieh der Komtur Luter von Braunschweig der Siedlung das Ortsrecht. So entstand Ostróda, das von diesem Moment an begann, sich zu einem Zentrum von Handel und Handwerk zu entwickeln. In den Jahren 1349-1370 wurde eine Burg aus Stein und Ziegeln gebaut. Auf eine etwas längere Geschichte kann Morąg stolz sein. Die in der Nähe der Stadt gelegenen Landstriche wurden Pogesanien genannt. Bis zum zwölften Jahrhundert siedelten hier altprußische Stämme. Die Stadt Morag (vorher auch Morung, Moring, Mohrungen) ging aus einer am Fuße einer Deutschordensburg gegründeten Siedlung hervor, die im Jahre 1327 das Stadtrecht erhielt. Sowohl die heutige Stadt als auch die Gemeinde Miłakowo liegen im ehemaligen Pogesanien. Miłakowo wurde im Jahre 1302 als eine am Fuße einer Kreuzritterburg angelegte Siedlung gegründet.

Aus den erhaltenen Quellen geht hervor, dass die Siedlung bereits spätestens im Jahre 1315 Stadtrecht besaß. Drei Jahre zuvor hatte Dąbrowo von Ostróda das Stadtrecht erhalten, welches die südlichste Gemeinde im aktuellen Landkreis Ostróda ist. Bevor im Jahre 1326 Luter von Braunschweig den Akt der Lokation vornahm, bauten die Ritter eine erste Burg unter Ausnutzung der günstigen natürlichen Bedingungen – Dąbrowo entstand nämlich an einer kleinen Landenge zwischen den Seen Dąbrowa Mała und Dąbrowa Wielka. Die erste Erwähnung von Miłomłyn (Liebemühl) geht bis in das Jahr 1315 zurück. Das Stadtrecht gewährte der Siedlung im Jahre 1335 der Komtur des Deutschen Ordens in Dzierzgoń (Christburg) - Hartung von Sonnenborn. Ursprünglich wurden hier eine Burg und eine Mühle gebaut, später entstand der Marktflecken Liwemühle, später Liebemühle, von dessen Name sich Miłomłyn ableitet. Die Bezeichnung Łukta kommt vom altprußischen Wort „lucte“, was so viel wie Binsen bedeutet. Zu Beginn enthielt sein Wappen genau diese Pflanze. 1939 wurden die Binsen durch fünf Schilfrohrkolben ersetzt, welche die fünf nach Łukta führenden Straßen symbolisieren. Die erhaltenen Dokumente zeigen, dass Małdyty um das Jahr 1350 gegründet wurde, wobei die Siedlung zunächst einem prußischen Großgrundbesitzer unterstand. Die Bezeichnung leitet sich vom Namen "Mandyc" oder einer Pflanze – Schierling (auf Lithauisch „Maunda“) – her. Ein aus Schulbüchern bekannter Ort ist das Dorf Grunwald (Sitz der Gemeinde befindet sich in Gierzwałd). In der Umgegend von Grunwald kam es am 15. Juli 1410 zur entscheidenden Schlacht zwischen dem von Władisław Jagiełło geführten polnisch-litauischen Heer und der Armee des Deutschen Ordens.

Das Gebiet des heutigen Landkreises Ostróda ist wiederholt von miteinander kämpfenden Armeen (u.a. im siebzehnten Jahrhundert im Polnisch-Schwedischen Krieg, im achtzehnten Jahrhundert im Nordischen Krieg, im neunzehnten Jahrhundert in den Napoleonischen Kriegen und im zwanzigsten Jahrhunderts im I. und II. Weltkrieg) verwüstet worden. Die größten Verwüstungen verursachten die Aktionen der Roten Armee gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Januar 1945 kam es zur vollständigen Vernichtung der ältesten Bausubstanz in Ostróda. Ebenfalls wurde der älteste Teil von Morąg, verbrannt, darunter die Reste der Burg des Deutschen Ordens aus dem dreizehnten Jahrhundert. Als Folge der Zerstörungen verloren im Jahre 1945 die folgenden Gemeinden ihre Stadtrechte: Dąbrówno, Miłomłyn und Miłakowo. Aus dieser Gruppe hat Dąbrówno bis heute nicht seinen Status als Stadt wiederherstellen können. Auch kleinere Zentren wurden vom Krieg nicht verschont. In Małdyty wurde der prächtige Palast aus dem späten siebzehnten Jahrhundert zerstört. Der Zweite Weltkrieg brachte tiefgreifende demographische Veränderungen.

Der Landkreis Ostróda im Laufe der Jahrhunderte >>>